2024

Geschichtete Geschichte

Auch die Saison im Heimatmuseum Schinznach erblüht nächstens wieder mit Vehemenz. Am Sonntag, 5. Mai, ab 14:00 präsentieren sich die Fossilien aus den Gesteinsschichten vom hiesigen Steinbruch Heister ganz neu : alle fünf Stachelhäuterklassen sind diesmal auch noch in ihrer ursprünglichen Gestalt und Farbe und im passenden Umfeld samt den entsprechenden Fortbewegungsweisen dargestellt.

Die Geschichte der Heisterfossilien geht 165 Millionen Jahre zurück. Sie schwammen allesamt im damaligen lauwarmen Meerwasser – sowie sie es anderorts heute in moderner Form noch gerne tun. Beispiele ähnlicher Exemplare (Seeigel, Seesterne Schlangensterne, Haarsterne und Seegurken) führen uns ihre Lebensweise auf etlichen Bildschirmen vor Augen und lassen sich darum wissenschaftlich zwanglos mit den früheren Formen vergleichen – und hauchen unserer Vorstellungskraft Leben ein.

Weitere Ausgrabungsarbeiten führen in die nähere Umgebung – direkt ins Museumsdepot nebenan – mit Schätzen, die uns Gebräuche und die entsprechenden Lebensbereiche in Schinznach näher bringen, nicht gerade über Jahrmillionen aber doch über Jahrhunderte, ebenfalls in erstaunlichen Variationen – die eine oder andere harrt vielleicht noch in einem Privathaushalt auf ihren Auftritt im Heimatmuseum? Bereits bevölkern allerhand Behältnisse wie Flaschen mit ungewohnten Hälsen, Flaschen mit Lokomotiven, Badener Spanschachteln aber auch Hobel mit Mondrianmustern die Räume – darüber schweben kostbare Emailschilder, die doch einige Rätsel aufgeben. Mehr wird folgen und die Freude an Form und Farbe pflegen und über den Sommer zu erhalten wissen – kuratiert von Emil Hartmann.

Zwischendurch verbindet das Schwyzerörgeli-Quartett Schenkenberg (Peter Oberson, Urs Tschan, Thomas Lüscher, Roland Bläuer) die Besucher immer wieder frohgemut mit der Gegenwart.

Astrid und Asterix 

Astrid und Asterix am Sonntag, 2. Juni im Heimatmuseum Schinznach 14.00 bis 17:00 unterstützt von Andreas Kofler und Albin Peterhans.

An jedem Museums-Sonntag soll sich diese Saison nebst den speziellen Attraktionen auch ein Vertreter von einer der fünf Stachelhäuterklassen präsentieren dürfen, die sonst fossilisiert im Museumsgewölbe ihr Dasein fristet: die Seestern/in eröffnet den Reigen.

Nennen wir sie Astrid – oder doch lieber Asterix? Sie kann so oder so, ist Alleskönnerin und sowieso ein Wundertier bestehend aus einem fünfteiligen Kopf, dessen Abschnitte sternförmig angeordnet sind. Rumpfanlagen fehlen, dafür sind die Körperteile einzeln regenerierbar oder ersetzen gar das ganze Tier – Tier! Das metaphysische Gruseln stellt sich ein – An der Gestalt hat sich über die letzten 500 Millionen Jahren nicht viel geändert, so dass wir sie in den Filmen im Museum sofort erkennen und auch ihre Fortbewegungsart analysieren können.

Andreas Kofler hat sich durch seinen Beruf in den damaligen Lebensraum versetzt und uns diesen bereits in einem höchst verständlichem Artikel in der Nachlese 17 geschildert und wird dies wieder tun.

Albin Peterhans ist der seelenverwandte Nachbar vom Museum und ist flugs der Bitte nach Besonderem nachgekommen: so ergänzen diese Saison auch seine Serien von Mondrian-Hobeln samt -Truhe nebst weiteren oft recht skurrile Kompositionen von externen Ausstellern und aus dem Museumsdepot selbst die permanente Sammlung im Haupthaus.
Für die musikalische Unterhaltung sorgt ebenfalls Albin Peterhans samt Sohn Cyril und Andi Wildi mit seinem Jurasüdfuess-Quintett und den beliebtesten Mundartliedern.

Ein vergnügter und lehrreicher Sonntag bahnt sich an.